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Alchemie und Wissenschaft des 16. Jahrhunderts. Fallstudien aus Wittenberg und vergleichbare Befunde

Alchemie und Wissenschaft des 16. Jahrhunderts. Fallstudien aus Wittenberg und vergleichbare Befunde
Bestellnummer: 4-09-15
ISBN: 9783944507484
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Bei archäologischen Ausgrabungen an der nördlichen Außenwand der ehemaligen Franziskanerkirche in Wittenberg gelang im Jahr 2012 ein sensationeller Fund, den das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle zum Anlass für eine Sonderausstellung rund um das Thema »Alchemie« nimmt: Im Mittelpunkt der Schau, die vom 25. November 2016 bis zum 5. Juni 2017 gezeigt wird, steht der bislang größte Fund alchemistischer Gerätschaften des 16. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Neben zahlreichen Objekten aus dem Fundus des Landesmuseums stellen dafür über 30 europäische Museen, Archive und Sammlungen ihre Schätze zur Verfügung. Auf ca. 500 m² Ausstellungsfläche werden ca. 150 Exponate und Exponatgruppen präsentiert. Gefördert wird die Ausstellung vom Land Sachsen-Anhalt und dem Verein zur Förderung des Landesmuseums für Vorgeschichte e.V.
Das in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild des Alchemisten ist geprägt von der Vorstellung des Schwarzmagiers und Goldmachers, der in häufig betrügerischer Absicht seinen geheimen Machenschaften nachgeht. Die Zeitgenossen der Renaissance sahen dies keineswegs so. Viele Fürsten hielten sich eigene Alchemisten am Hofe oder betrieben sogar selbst alchemische Forschungen. Die Alchemisten des Mittelalters und der Neuzeit waren vom Drang nach Wissen und Erkenntnis beseelt und hofften mit dem Stein der Weisen, den sie vergeblich suchten, Macht, Wohlstand und Gesundheit zu erlangen – ein Versprechen, das die moderne Chemie in gleicher Weise immer noch gibt.
Darstellungen alchemischer Gerätschaften und Laboratorien aus dem 16. Jahrhundert sind in nicht unerheblicher Zahl bekannt. Dingliche Hinterlassenschaften sind jedoch äußerst selten. Der Wittenberger Fund füllt diese Lücke in erfreulichem Maße. Zahlreiche Retorten, Destilliergefäße, Dreieckstiegel und anderes mehr geben einen unmittelbaren Eindruck von den Geräten eines Alchemisten. Darüber hinaus erlauben die anhaftenden erhaltenen Substanzreste genaue Aussagen über Tätigkeiten dieser frühen Wissenschaftler. In Wittenberg wurden in erster Linie Pharmazeutika auf Antimon- und Quecksilberbasis hergestellt. Dies passt gut zu den erhaltenen und ebenfalls in der Ausstellung präsentierten frühen medizinischen Befunden aus dem Bereich der Franziskanerkirche. So fanden sich dort frühe Fälle der im 16. Jahrhundert in der Stadt grassierenden Syphilis. Als Medikament gegen diese gefürchtete Krankheit dienten Quecksilberverbindungen, die auch im Wittenberger Labor hergestellt wurden. Einen Zusammenhang mit der 1502 gegründeten Wittenberger Universität Leucorea zeigen zwei frühe Fälle von Schädelsektionen, die bislang nur aus archivalischen Quellen, nun aber auch im archäologischen Befund nachweisbar sind.
Bücher
Autor / Herausgeber Alfred Reichenberger et al. Hrsg. Harald Meller, Alfred Reichenberger & Christian-Heinrich Wunderlich
Größe 30,5 x 21,5 x 2,8 cm
Einband Festeinband
Ort / Erscheinungsjahr Halle (Saale) 2016
Details 404 Seiten, zahlreiche meist farbige Abbildungen, Karten und Pläne, 27 Beiträge zum Stand der Forschung, Beiträge in Deutsch und Englisch
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