Der Fundplatz Großer Haidberg bei Dahlen, Lkr. Stendal
Bestellnummer: 4-4-98
ISBN: 9783911693066
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Das Urnengräberfeld der bronzezeitlichen Elb-Havel-Gruppe von Dahlen wurde 1991 bis 1993 in einer improvisierten Rettungsgrabung in der Trasse der ICE-Strecke Hannover–Berlin, dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 4, mit noch 109 Bestattungen und ca. 90 zugehörigen Grubenbefunden wohl annähernd vollständig erfasst. Die Belegung begann im Westen, neben vielen Gefäßfunden, mit einem durch ein anthropomorphes Tonidol bemerkenswerten Opfergrubenplatz und Gräbern der Montelius Periode IIIb, darunter einem Glockengrab. Sie endete im Osten mit Gräbern der Periode VI mit u. a. einem eisernen Ring. Zuvor waren hier nebeneinander zwei überdurchschnittlich reiche Körperbestattungen der neolithischen Kugelamphorenkultur entdeckt worden. Sie enthielten u. a. den vermutlich reichsten steinzeitlichen Bernsteinschmuck Mitteleuropas. Ein wohl noch teilweise zeitgleiches, durch die Beackerung weitgehend zerstörtes Brandgräberfeld konnte durch Erfassung aller Streufunde in subtiler Handarbeit auch aus der gesamten Pflugschicht erstmalig nachgewiesen werden. Zeitlich schließt sich im Osten der Fläche eine fundreiche Siedlung der endneolithisch–frühbronzezeitlichen Riesenbecher- und Flintdolchzeit an. Wenige Gräber sowie zahlreiche, verstreut erfasste Metallfunde der jüngeren Römischen Kaiserzeit, darunter Fragmente mehrerer römischer Bronzegefäße, belegen die letzte Nutzungsphase des wohl nach einem noch langen sichtbaren Grabhügel benannten Platzes.
| Bücher |
| Autor / Herausgeber |
Jonas Beran |
| Größe |
30 x 21 cm |
| Einband |
Hardcover |
| Ort / Erscheinungsjahr |
Halle (Saale) 2025 |
| Details |
440 Seiten mit 75 Abbildungen, 151 Tafeln, 1 x Landkarte (gefaltet) |
| Verlag |
Veröffentlichungen des LDA und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte |